Follow my blog with Bloglovin ines bookshelf: Die Mechanik des Herzens (Märchen)

Montag, 22. April 2013

Die Mechanik des Herzens (Märchen)


Ein Märchen von der Liebe
und ihrer verzaubernden und zerstörerischen Kraft

Schon gegen Ende des letzten Jahres habe ich viel Positives über „Die Mechanik des Herzens“ gehört. Erst als ich in meinem Bekanntenkreis jedoch kritische Stimmen gehört habe, wurde ich neugierig und wollte mir gerne ein eigenes Bild machen. Das Buch war zumindest so gut, dass es meine LeseUnlust beseitigt hat. Hurra, ich weile wieder unter den Lesenden.

Zum Inhalt

In der kältesten Nacht die es jemals gegeben hat, kommt eine unverheiratete Frau in das Haus von Madeleine am Arthur’s Seat in Edinburgh um ihr Kind heimlich zu entbinden. Madeleine die erstens jungen, unverheirateten Müttern bei der Geburt hilft und zweitens Menschen repariert, nimmt sich dem neugeborenen Jungen an. Doch die Kälte der Nacht scheint sein Herz erfroren zu haben und Madeleine setzt dem kleinen Jack eine Kuckucksuhr in die Brust um ihn am Leben zu halten. Viele kinderlose Paare kommen in das Haus von Madeleine um ein Waisenkind mitzunehmen, doch niemand will den seltsamen Jungen in dessen Körper ein Kuckuck schreit und dem Zeiger aus der Brust stehen. Jack bleibt bei Madeleine und wird für sie wie ein Sohn.
Viele Jahre nach seiner Geburt begegnet Jack in der Stadt der kleinen Miss Acacia aus Andalusien. Ihr vogelgleicher Gesang, ihre Kurzsichtigkeit und Ungeschicklichkeit verzaubern ihn. Sein Herz das zum ersten Mal Liebe erfährt spielt verrückt und Madeleine warnt ihn fortan vor der Liebe, für die sein Herz zu schwach sei. Doch Jack kann Miss Acacia nicht vergessen und er beschließt in die Schule zu gehen in der Hoffnung sie dort zu treffen. Anstatt Miss Acacia trifft er aber auf den großen Joe. Joe, der ebenfalls in Miss Acacia verliebt ist, beginnt Jack Tag ein Tag aus zu quälen. Als es eines Tags zu einem Kampf zwischen den Beiden kommt, sticht Jack seinem Gegner mit einem Zeiger ein Auge aus. Er muss fliehen und verlässt das Land gen Andalusien in der Hoffnung seine Miss Acacia zu finden.
Der Zauberer und Uhrenmacher MXXX wird Jacks Wegbegleiter und gemeinsam finden sie Miss Acacia in einem Extraordinarium in Granada. Jack darf dich große Liebe erleben, bis zu dem Tag als Joe kommt.
Meine Meinung

Ich finde Märchen für Erwachsene sind immer eine Gratwanderung. Ich bin froh, dass Malzieu sie so gut gemeistert hat.
Besonders am Anfang des Buches musste ich immer wieder an Tim Burton Filme denken und habe mir überlegt, ob die Geschichte wohl für einen seiner Filme geeignet wäre? Die düstere, leicht skurrile Handlung hat mir gut gefallen. Auch der simple, leicht zu lesende, teils kindliche Schreibstil passt gut zum Rahmen des Buches. Jack erzählt die Geschichte aus der Ich-Form und wir erleben mit ihm die Quälereien auf dem Schulhof, die wunderbare Liebe zwischen ihm und Miss Acacia und die zerstörerische Kraft von Eifersucht und Intrigen. Die Handlung geht recht flott voran, Malzieu taucht dafür immer wieder tief in Jacks Gefühlswelt ein.
Mir hat das Buch gut gefallen. Erstens weil es schnell zu lesen war, zweitens weil die Geschichte schön und ein bisschen wunderlich war und drittens weil die Liebe nun mal genauso ist: leidenschaftlich, blind, vereinnahmend und durchaus auch zerstörerisch.
Das Ende hat für mich zwar sehr gut zum Rest der Geschichte gepasst, ich hätte es mir aber anders gewünscht.

Ein Märchen zwischen Phantasie und Tim Burton, schnell zu lesen und voller Gefühle.


Für Wen

Für die, die gerne über das Sein der Liebe lesen und die einen kindlichen, flotten Schreibstil mögen.


Meine Wertung
Inhalt: *****
Spannung: *****
Anspruch: *****

Mathias Malzieu
Carlsbooks; 2012
192 Seiten


Klappentext: Am 16. April 1874 hat eine unnatürliche Kälte Edinburgh fest im Griff. Es ist der Tag, an dem ich auf die Welt komme. Das Erste, was ich sehe, ist Doktor Madeleine – eine Hebamme mit einer besonderen Leidenschaft: Sie repariert Leute. Sie tastet meine winzige Brust ab und wirkt beunruhigt: »Sein Herz ist hart, ich fürchte, es ist gefroren.« Sie stöbert auf einem Regal herum und nimmt verschiedene Uhren zur Hand. Mit einem Ohr lauscht sie meinem defekten Herzen, mit dem anderen dem Ticken der Uhren. »Diese hier!«, ruft sie plötzlich freudig und streicht zärtlich über eine alte Kuckucksuhr. Madeleine setzt mir die Uhr vorsichtig ein und zieht sie auf. »Tick, tack«, macht die Uhr. »Bubumm«, antwortet mein Herz. Ticktack. Bubumm. Ticktack. Bubumm. Jeden Morgen muss jetzt meine Uhr aufgezogen werden, sonst hat endgültig mein letztes Stündlein geschlagen. Und noch etwas muss ich bedenken: ich darf mich niemals verlieben, sonst könnte mein Uhrwerk verrückt spielen.“

Kommentare:

  1. Schade, dass dir das Buch nicht sooo zugesagt hat.
    Ich fand es ganz bezaubernd :)

    Aber auch mal schön eine andere Meinung zu lesen ;)

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    1. Ja, ich fands auch schade, weil ich wirklich so viele begeisterte Stimmen gehört habe. Aber Geschmäcker sind eben verschieden und ich musste schon fest stellen, dass mein Geschmack anscheinend etwas eigen ist ;-)

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